Editorial 4/10

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

gestern habe ich im Rechtschreibduden, dem unerlässlichen Nachschlagewerk für Redakteure, auf Seite 842 das Wort „Reiki“ entdeckt. Die kurze Erläuterung dazu: „Händeauflegen als Heilkunst“. Nun, ich kann sagen: Es freut mich, dass das Wort Reiki, wie man so schön sagt, damit in den allgemeinen deutschen Sprachgebrauch eingegangen ist. Ein ­Zusammenhang, der auch bezüglich der Werbung mit dem Wort Reiki relevant sein dürfte – ist doch die Auffassung, Reiki sei ein Fremdwort und deshalb außerhalb von Fachkreisen in der Werbung laut HWG erklärungs­be­dürftig, somit immer weniger vertretbar.

Während ich diese Zeilen schreibe, laufen die Vorbereitungen für das diesjährige Reiki-Festival in Gersfeld bereits auf vollen Touren. So wird auf dem Festival, das vom 8. bis 10. Oktober stattfindet, wie auf dem Meistertag davor, am 7. 10., die Begegnung mit einer der ältesten und erfahrensten Reiki-Meister­Innen weltweit möglich: Mary ­McFadyen, die 1980 von Mrs. Takata eingeweiht wurde und seitdem ununterbrochen weltweit Reiki lehrt, wird ­Festival und Meistertag begleiten und zahlreiche Programmpunkte bestreiten. Ich habe Mary die letzten Jahre mehrfach getroffen, immer wenn sie in Berlin war, wo sie noch regelmäßig Reiki-Kurse gibt, und habe sie stets als weltoffene, spirituell ausgerichtete Frau hohen Alters kennengelernt, die ihr Leben Reiki geweiht hat. Aus ihren Worten spricht eine profunde Erfahrung, die weit über das hinaus geht, was mit Worten überhaupt mitteilbar ist.      

Bei der Erstellung dieser Ausgabe hatte ich besondere Freude an dem Interview mit Kristiane Backer. Früher Moderatorin bei MTV, ist sie heute gläubige Muslima – und weiterhin als Moderatorin tätig, nun jedoch in spirituellen und helferischen Zusammenhängen. Bei oberflächlicher Betrachtung und angesichts der vielen sich auf den Islam beziehenden Selbstmordattentäter mag diese Religion manchem als engstirnig und rückschrittlich erscheinen. Dass dies aber eher für bestimmte sich auf den Islam beziehende Kreise gilt, als für den Islam selbst, zeigt sich, wenn eine international bekannte, moderne Frau wie Kristiane Backer spirituelle Fragen rund um den Islam beantwortet – und dabei, die universalistische Perspektive einbringend, auch anmerkt, dass es „so viele ­Wege zu Gott geben soll, wie es Seelen gibt“.

Ein weiterer bedeutsamer Beitrag in dieser Ausgabe ist der Artikel von Dr. med. Wolfgang Bittscheidt zum Thema Geistiges Heilen und Schulmedizin. Selbst Mediziner, wandte Dr. Bittscheidt sich 1997, nach 25 Jahren ärztlicher Tätigkeit, der „geistig-energetischen Heilweise“ zu – und gründete zehn Jahre später, gemeinsam mit der Heilerin Teresa Schuhl, eine Ärzteakademie, um geistiges Heilen auch Schulmedizinern nahe zu bringen. In seinen Büchern vertritt er einen zeitgemäßen Ansatz und plädiert für eine „Medizin der umfassenden Ganzheit“, bei der Schulmedizin und geistiges Heilen sich hervorragend ergänzen können.

Besonders interessant diesmal auch die Beiträge zu verschiedenen – neuen wie vertrauten – Themen rund um Reiki: Lesen Sie Artikel zu „Reiki mit Tieren“ (ab S. 26), „Reiki und Kampfkunst“ (ab S. 22), „Reiki in Las Vegas“ (ab S. 44) sowie ein Porträt des Reiki-Meisters und Stempelmachers Fokke Brink (ab S. 40), ein Interview mit Don Alexander (auf S. 31) und eine neue Reiki-Übung von Tanmaya Honervogt (auf S. 47).

Ich wünsche viel Freude mit dieser 55. Ausgabe des Reiki Magazins – und freue mich auf ein Wiedersehen bzw. Treffen, vielleicht auf dem Reiki-Festival in Gersfeld?

 

Oliver Klatt

 

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