Über die Lebensregeln

 

Von Christel Seligmann


Immer wieder stoße ich mich gerade an der Schreibweise der beiden ersten Lebensregeln, die in der Negativform erscheinen:

Gerade heute, bin ich nicht ärgerlich.

Gerade heute, sorge ich mich nicht.

Es war der erste Akt als Meisterin, dass ich diese Schreibweise veränderte in:

Gerade heute, bin ich frei von Ärger.

Gerade heute, bin ich frei von Sorgen.

Vertiefe ich mich in diese Regeln, spüre ich ganz klar, dass die Worte Ärger und Sorge derart belastet sind, dass es mir nahezu schon Bauchschmerzen verursacht. Doch bisher habe ich diese beiden Worte so belassen. Für Reiki wäre es gewiss angemessener, wenn eine wirklich lebensbejahende Ausdrucksform den Lebensregeln eine positive Energie gäbe. Für mich klingt es viel schöner zu sagen:

Gerade heute, will ich voller Freude sein.

Gerade heute, vertraue ich dem Leben.

Es wundert mich immer wieder, dass es im Reiki noch die Verneinung als offizielle Version gibt, wo doch hinlänglich bewiesen ist, dass unser Unterbewusstes „nie“, „nicht“, „kein“ buchstäblich streicht. Als Reiki-Praktizierende können wir uns noch so sehr anstrengen und versuchen, uns nicht zu ärgern, uns nicht zu sorgen, es bringt kaum etwas, da unsere universelle Programmierung anders ausschaut. Das „Programm“ streicht das „nicht“, und was bleibt, sind Ärger und Sorgen. Alle Sprachen der Welt verändern sich im Laufe der Entwicklung. Ich halte es wirklich für angezeigt, wenn auch im Reiki und gerade im Reiki der positive Sprachgebrauch eingesetzt wird. Wir arbeiten mit Energie, und Sprache ist Energie, sie ist die direkte Folge unserer Gedankenkraft. Schüler, die um die Wirkung von Gedanken und Worten nicht wissen, nehmen die Lebensregeln zur Meditation oder zur Autosuggestion. Sind sich die Reiki-Meister bewusst, was da installiert wird? Es sollte wirklich ganz schnell zu einer Überarbeitung der Regeln kommen.

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