Gedanken zu den Lebensregeln - Teil 1

 „Gerade heute ärgere dich nicht.“

 

Warum brauchen wir überhaupt Lebensregeln? Die Antwort darauf ist einfach: Weil wir schon welche in uns haben. Und eine Menge unserer Lebensregeln ist dabei gar nicht so gut oder förderlich für uns. Es könnte daher gut sein, die für uns nicht so vorteilhaften Lebensregeln zu überprüfen. Wann haben wir dies das letzte Mal mit unseren Lebensregeln gemacht? Moment mal, woher weiß ich denn, was ich für Lebensregeln habe? Was ist eine Lebensregel überhaupt? Eine gute Frage. Harald Wörl glaubt, je mehr du wirklich wissen willst, was deine Regeln für dein Leben sind, desto mehr wirst du über diese erfahren. Und um so mehr wirst du auch von den Reiki Lebensregeln profitieren können.



Wir verhalten uns so, als ob wir Regeln befolgen würden. Wenn uns z. B. jemand anschreit, wahrscheinlich nicht ganz so. Sagt uns jemand etwas Angenehmes, reagieren wir anders, als wenn uns etwas Unangenehmes entgegen gebracht wird. Wir glauben, dass dies bei jedem Menschen so ist, und wir glauben auch, dass dies so sein muss. Doch dies ist nicht so.

Wir wissen nicht einmal, wieso wir etwas glauben. Wir wissen nicht unbedingt, wovon wir überzeugt sind. Das hält uns aber keineswegs davon ab, danach zu handeln. Wir befolgen unsere Regeln für unsere Leben, unabhängig davon, ob uns diese bewusst sind. Wir sind oft wie auf Automatik geschaltet, und das ist gut so. Wir Menschen müssen eine Vielzahl von auf uns einströmenden Informationen und Sinnesreizen wahrnehmen, sortieren und bewerten. Die Menge der verarbeiteten Informationen ist so groß und so komplex, dass unser Gehirn mit seiner Leistung alle Computer in den Schatten stellt.

Schnell muss es gehen


Dies alles können wir nicht bewusst tun, damit wären wir überfordert. Das menschliche (Über)Leben erforderte es – und tut dies auch heute noch –, schnell reagieren zu können. Ist dir schon einmal bei dir selbst oder anderen aufgefallen, dass Ärger ein Vorgang ist, der sich schnell vollzieht? Ich meine damit nicht, dass dieser Vorgang auch genauso schnell nach außen hin gezeigt wird. Nicht immer möchte man, dass andere Menschen den eigenen Ärger mitbekommen.

Ich meine auch nicht, dass sich Ärger langsam anstauen kann. Selbst wenn man meint, dass eins zum anderen kommt und so der Ärger langsam entstehen würde, so gibt es doch einen Punkt, an dem man anfängt, sich zu ärgern. Unser Gehirn arbeitet sehr schnell, und unsere inneren Prozesse laufen sehr schnell ab. Ich glaube, dass dieser Umstand ein wesentlicher Grund dafür ist, dass unsere inneren Vorgänge, die dazu führen, dass wir uns ärgern, außerhalb unserer bewussten Wahrnehmung anlaufen und deshalb so schwer zu beeinflussen sind. Dies macht es auch so schwer – aber nicht unmöglich – uns nicht zu ärgern.

Es ist so, als ob es eine innere Stimme oder eine Art innere Instanz gibt, die uns wissen lässt, dass es für uns gerade jetzt an der Zeit ist, uns zu ärgern. Warum zögern wir den Ärger nicht ein bisschen hinaus oder platzen immer sofort? Es scheint einen gewissen Zeitpunkt zu geben, ab dem es für uns richtig ist, sich zu ärgern. Das ist natürlich von der Situation und unserer Verfassung abhängig. Mal ärgern wir uns leichter, mal nicht so schnell und manchmal gar nicht. In unserem Verhalten folgen wir dabei bestimmten Regeln, noch mal wiederholt: unabhängig davon, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

Die erste Reiki-Lebensregel muss deshalb für uns alle eine gewaltige Herausforderung darstellen. Sie konfrontiert uns damit, uns gerade heute (gar) nicht zu ärgern. Diese Formulierung gefällt mir auch deshalb, da sie nicht besagt, gerade heute ärgere dich später oder weniger etc. Die Aussage „Gerade heute ärgere dich nicht“ stellt so quasi eine Maximalforderung dar, wie sollen wir die jemals erfüllen?

Eine Möglichkeit wäre, uns über uns selbst zu ärgern und uns dabei schlecht zu fühlen, wenn wir beim Versuch, dieser Regel zu folgen, mal wieder kläglich gescheitert sind. Ich nehme an, dass Dr. Usui dies nicht so gemeint hat, wobei ich hier nur von meinen Vermutungen ausgehen kann. Denn ich bin ärgerlicherweise nie dabei, wenn die Menschen, die vorgeben, mit Dr. Usui persönlich in Kontakt zu sein, seine Botschaften erhalten.

Unsere Erwartungen


Was kann man noch tun? In meiner Arbeit als Psychotherapeut habe ich bei mir selbst und anderen beobachtet, dass Ärger sehr viel mit den Erwartungen zu tun hat, die wir so in uns tragen. Und unsere Erwartungen müssen uns wiederum nicht bewusst sein, um die Grundlage dafür zu bilden, dass wir uns wieder einmal spontan so richtig ärgern können! Mit Erwartungen meine ich, dass wir eine bestimmte Vorstellung in uns haben, auf welche Art und Weise etwas in der Welt laufen soll. Häufig kommen in diesen Vorstellungen auch andere Menschen vor. Und diese anderen Menschen sollen bitte schön so reagieren, wie wir es gerne hätten. Es ist dazu gar nicht notwendig, dass wir sie dies wissen lassen, denn wenn sie uns nahe genug stehen, müssten sie dies ja von alleine wissen, oder?

Kurz gesagt erwarten wir, dass etwas Bestimmtes in unserem Leben so und nicht anders läuft. Und wenn dies nicht der Fall ist – ärgern wir uns. Unsere Erwartungen sind von unseren Regeln bestimmt, wie wir wollen, wünschen und hoffen, dass unser Leben im Großen und Kleinen verläuft. Gerade wenn wir unsere Regeln nicht kennen, gehen wir fast automatisch davon aus, dass der andere genau die gleichen Regeln hat. So erwarten wir vielleicht, dass ein Autofahrer uns einfädeln lässt, und ärgern uns, wenn er unseren Erwartungen nicht nachkommt und dies nicht tut. Schließlich würden wir ja Rücksicht nehmen und ihm im umgekehrten Fall selbstverständlich den Vorrang lassen.

Wir fühlen uns mit unseren Erwartungen immer im Recht, unabhängig davon, wie sinnvoll oder realistisch diese sind. Wenn doch zu Reiki nur nicht diese verflixten Lebensregeln gehören würden! Vielleicht muss man sie ja nur richtig verstehen und kann sie vielleicht ein bisschen umformulieren, damit sie so richtig in die heutige Zeit (und zu unseren Erwartungen) passen?

Affirmationen statt Lebensregeln?


Mir fällt auf, dass es eine gewisse Tendenz zu geben scheint, die Lebensregeln ausschließlich in eine „positive“ Formulierung zu kleiden. Dafür gibt es gute Gründe. Stark vereinfacht gesagt, kann ein Teil unseres Gehirns mit Verneinungen (wie z. B. dem Wort „nicht“ nichts anfangen). Bekannt dürfte vielen sein, dass, wenn ich dich jetzt dazu auffordern würde, dir nicht vorzustellen, wie es wäre, gerade jetzt an einem wunderschönen Strand zu liegen und die warme Luft auf deiner Haut zu spüren, dir nicht vorzustellen, wie mit einer sanften Brise des Windes eine Musik aus der Ferne herüberweht, die dich an eine bestimmte Situation deines Lebens erinnert ..., ein Teil des Gehirns doch dazu neigt, sich Vorstellungen zu machen. Es ist so, als ob dieser Teil die Formulierung „nicht“ überhören würde (die Aufforderung war ja schließlich, dir einen Strand etc. nicht vorzustellen).

Die Aufforderung, gerade heute ärgere dich nicht, gibt unserem Gehirn ja auch keine Richtung vor, was es statt dessen tun soll. Wenn wir uns weiter vorstellen, dass ein Teil unseres Gehirns keine Verneinungen versteht, lautet für ihn diese Regel sogar: „gerade heute ärgere dich“ (!?). Ich denke, dass für jemanden, dem noch nie Begriffe wie Affirmationen, positives Denken etc. über den Weg gelaufen sind, eine Beschäftigung mit dieser Thematik sehr sinnvoll und lohnend sein kann. Da andererseits diese Begriffe heute auch schon wie Modeschlagworte in einer teilweise recht oberflächlichen Bedeutung gebraucht werden, denke ich auch, dass es ebenfalls lohnenswert ist, sich Gedanken über einen unguten Gebrauch von positiven Formulierungen zu machen.

Affirmationen können auch schaden


Affirmationen sind etwas anderes als Lebensregeln, und wie bei fast allem im Leben gibt es auch Gefahren bei unsachgemäßem Gebrauch. Was könnte z. B. die Folge sein, wenn ich die erste Lebensregel in irgendeiner Weise positiv umformulieren und dann durch häufige Wiederholungen versuchen würde, sie in meinem Unterbewusstsein zu verankern? Die erste Möglichkeit wäre, dass überhaupt nichts passiert. Es funktioniert schlicht und ergreifend nicht. Dies beobachte ich häufig. Vielleicht hast du mit dir selbst oder bei anderen die Erfahrung gemacht, dass auch durch ein häufiges Wiederholen von Affirmationen keine wirklichen Veränderungen eintraten. Vielleicht fühlte man sich dann auch noch schuldig, sich die positiven Leitsätze nur nicht genügend eingepaukt zu haben.

Die zweite Möglichkeit beim Einsatz positiver Formulierungen ist, dass sie scheinbar funktionieren. Die Folge ist dann im Extremfall, dass die Menschen mit einem roboterähnlichen Gesicht mit eingefrorenem Grinsen herumlaufen, um sich und der Welt ständig mitzuteilen, wie glücklich und wie positiv sie sind. Das Drama dabei ist, dass Außenstehende möglicherweise sogar leicht bemerken, dass das zur Schau getragene Verhalten nicht wirklich stimmig ist, der Betroffene jedoch nicht. Die erste Lebensregel ist deswegen auch nicht so zu verstehen, als wenn sie lauten würde: Gerade heute tue so, als ob du nicht ärgerlich wärst. Zwischen einem So-tun-als-ob und einem wirklichen
Sich-nicht-ärgern besteht ein großer Unterschied!

In der feineren Variante können Affirmationen bewirken, dass man „blind“ wird für das Negative in sich selbst. Man lenkt seine Wahrnehmung von inneren Problemen und Konflikten ab, ohne diese aber wirklich zu verändern. Das kann dazu führen, dass diese wie eingekapselt werden und aus dem Bewusstsein verschwinden, um dann unterbewusst ein (nicht so positives) Eigenleben zu führen, das viel schwerer zu beeinflussen ist als vorher. Es ist dann so wie bei einer Lasagne: Über die (negativen) Schichten auf dem Boden werden andere (positive) Schichten darüber gelegt, die den Blick auf die Schichten am Grund verdecken. Die erste Lebensregel ist von daher auch nicht so zu verstehen, als wenn sie lauten würde: gerade heute unterdrücke deinen Ärger. Ärger zu unterdrücken bedeutet, ihn zu verdrängen. Und Verdrängungen haben ähnlich einem Gummiball, den man versucht unter Wasser zu drücken, die Eigenschaft, an anderer Stelle wieder hochzukommen. Oft genau dann, wenn wir sie gar nicht gebrauchen können.

Um Missverständnissen vorzubeugen, ist die dritte Möglichkeit einer Anwendung von Affirmationen natürlich die, dass sie dir dabei helfen können, eine wirklich tiefgreifende positive Ausrichtung für dein ganzes Leben zu entwickeln. Wenn dir dies gelingt: herzlichen Glückwunsch!

Den Ärger rauslassen


Nachdem ich bisher versucht habe deutlich zu machen, dass ich die erste Lebensregel nicht so verstehe, dass man seinen Ärger verdrängen oder so tun soll, als ob man nicht ärgerlich wäre, taucht natürlich die Frage auf, was man mit dem Ärger machen soll. Eine Antwort darauf wäre: ihn rauslassen. Ich erwähne diese Möglichkeit hier aus zwei Gründen: Zum einen ist es genau das, was wir häufig tun, wenn wir unseren Ärger nicht unterdrücken. Zum anderen gibt es auch psychologische Richtungen, die Eingang in das allgemeine Verständnis gefunden haben, die die Äußerung von Ärger gutheißen. Dort sagt man, dass es wichtig sei, seine Gefühle auszudrücken, wozu eben auch Ärger gehört.

Im Extremfall ist der Ausdruck von Ärger im Rahmen eines Selbstbewusstseinstrainings eine Art „Einsamkeitsvorbereitung“, wie es schon scherzhaft bezeichnet worden ist. Man ist so richtig wütend, lässt Dampf ab, und ist irgendwann später darüber verwundert, wenn man keine Freunde mehr hat und niemand mehr etwas mit einem zu tun haben will. Auch hier gilt es, Missverständnissen vorzubeugen, die erste Lebensegel lautet auch nicht: Gerade heute nehme nicht wahr, was dich stört, oder: Gerade heute setze dich nicht für deine Interessen ein. Das ist etwas anderes als sich ärgern, obwohl dies häufig nicht unterschieden wird.

Eine interessante Frage könnte sein, wann nehme ich meine Bedürfnisse und Interessen wahr und setze mich dafür ein? Inwieweit ist mein Ärger mir dabei behilflich? Manche Menschen werden erst aktiv, wenn sie sich fast schon schwarz geärgert haben, und schießen dabei in ihrer Art, sich auszudrücken, weit über das Ziel hinaus. Andere ärgern sich erst einmal über eine längere Zeitspanne, beruhigen sich anschließend mühevoll wieder (vielleicht mit Reiki), um dann wohlüberlegt zu handeln.

Seinen Ärger herauszulassen kann höchstens eine Not- oder Übergangsmaßnahme sein, wenn der Druck in dem inneren Kessel schon so groß geworden ist, dass es nicht mehr anders geht. Oder man fängt gerade erstmalig an, seinen eigenen Ärger wahrzunehmen, und übt sich darin, ihn überhaupt nach außen zu bringen. Aber was macht es für einen Sinn, bei einem Dampfkochtopf immer wieder den Druck über das Sicherheitsventil entweichen zu lassen, während der Herd mit voller Kraft und Flamme das Innere des Topfes ständig weiter erhitzt? Würden wir nicht hier das Gas herunterdrehen oder die Platte ausschalten, um die Ursache für die Entstehung des Druckes zu verändern?

Verhindern, dass Ärger entsteht


Einer meiner Psychotherapieausbilder erwähnte einen Satz, der für mich die entscheidende Basis für den Umgang mit der ersten Reiki-Lebensregel bildete (die ich erst später kennenlernte): Die beste Art, mit Ärger umzugehen, ist zu verhindern, dass er entsteht. Dass damit nicht Unterdrückung oder Verdrängung gemeint sind, hoffe ich, bisher schon klargemacht zu haben. Kann man überhaupt verhindern, dass Ärger entsteht? Ja, man kann, und dies ist natürlich eine Herausforderung. Und in dieser Formulierung liegt auch ein kleiner, feiner Unterschied zur Formulierung, den Ärger loszulassen, wenn damit einhergeht, ihn für immer wieder aufs neue erst entstehen zu lassen, um ihn dann immer wieder zu verabschieden.

Der „Brennstoff“ für unseren Ärger sind unsere Erwartungen auf der Grundlage unserer Lebensregeln. Und unsere Erwartungen sind oftmals unvernünftig und unrealistisch, bescheren uns viele Enttäuschungen und Ärger. Es scheint ein (lebens)langer Lernprozess zu sein, die für uns wirklich geeigneten Erwartungen zu entwickeln und uns mit ihnen und den daraus entstehenden Konsequenzen wohl zu fühlen. Verhindern, dass Ärger entsteht, können wir zum einen dadurch, dass wir uns Reiki geben. Je ausgeglichener und ruhiger wir innerlich wirklich sind, desto schwerer fällt  es uns, uns zu ärgern. Wo kein Dampf ist, muss keiner abgelassen werden. So lange wir uns also noch ärgern, haben wir zumindest einen Grund, uns weiterhin Reiki zu geben. Zum anderen können wir immer wieder unsere Erwartungen, unsere bereits verinnerlichten Lebensregeln überprüfen, die die Ursache für unsere ärgerlichen Reaktionen sind. Reiki hilft uns auch hier, leichter in einen Zustand zu kommen, wo wir unsere Erwartungen erkennen und beobachten können. Allerdings nicht automatisch, denn es gibt meines Wissens keine Reiki-Lebensregel, die lauten würde: Gerade heute denke nicht.

Im Gegenteil sind nach meinem Verständnis die Lebensregeln Richtlinien, um unser oft verworrenes Denken sinnvoll ausrichten zu können, um damit unsere wahre Natur besser erkennen und wahrnehmen zu können. Auch wenn Reiki bei vielen Menschen aus dem „Bauch“ zu kommen scheint oder sie zu diesem eine engere Beziehung bekommen, fängt eine Ganzbehandlung häufig mit mehreren Kopfpositionen an. Sollte dies einen Grund haben? Was hältst du von dem Gerücht, dass alle unsere Gefühle aus unseren Gedanken entstehen bzw. von diesen entscheidend beeinflusst werden?

Mache alles so einfach wie möglich, aber nicht einfacher

Dieser Satz von Einstein gilt auch für die Reiki-Lebensregeln, sie sind einfach genial und genial einfach. Die erste Lebensregel gibt uns einen Hinweis darauf, wie wir uns mit einer der Hauptemotionen beschäftigen können, mit der wir uns unser Leben schwer machen – Ärger. Durch die Formulierung „gerade heute ärgere dich nicht“ werden wir aufgefordert, unsere automatisierten Erwartungshaltungen zu unterbrechen, sie uns bewusst zu machen, etwas daraus zu lernen, ohne dass ausdrücklich dabei eine bestimmte Richtung vorgegeben wird, was wir statt dessen machen sollen. Dies zu finden, bleibt uns überlassen. Meine Überzeugung ist es, dass wir alle eine bessere Möglichkeit in uns haben, als uns zu ärgern. Was meinst du, was in dir passiert, welchen inneren Zustand du entwickelst, wenn du dich nicht mehr ärgerst und dir keine Sorgen mehr machst? Wie könnte sich dieser Zustand in deiner Vorstellung dann anfühlen?

Ich denke, dass eine Hauptbotschaft der Lebensregeln des Dr. Usui für uns sein kann, diesen „möglichen“ Zustand nicht wieder durch irgendwelche Vorstellungen unseres Verstandes zu begrenzen, sondern uns innerlich Raum zu geben für eine Erfahrung, die von einer Intelligenz, die größer ist als unser Verstand, dann gestaltet werden kann. Die Aufforderung der Lebensregel ist daher nicht so zu verstehen, dass wir nicht denken sollen. Im Gegenteil, sie stellen nach meinem Verständnis eine der wenigen explizit geäußerten Richtlinien des Reiki-Systems dar, wie wir unseren Verstand benutzen müssen, damit eine Bewusstseinsentwicklung möglich wird, die auch unseren Verstand erweitert.

Sich nicht zu ärgern ist schließlich schon schwer genug. Dies ist aber gleichzeitig auch alles, was wir machen müssen. Wir können darauf vertrauen, dass, wenn wir unseren Teil, das heißt auch die Möglichkeit unseres Verstandes einbringen, der Rest auch geschehen wird, egal, wie wir es erklären. Schließlich ist Reiki ja auch ein Phänomen, dass zwar vom Verstand wahrgenommen werden kann, aber eben nicht von ihm erzeugt wird.

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