Editorial 4/98

Reiki verzeiht



Gerade heute morgen habe ich vergessen, mir eine Reiki-Behandlung zu geben. Ich bin aufgestanden wie immer und habe einen Kaffee getrunken, um so richtig wach zu werden.

Ich glaube, daß mein Herz noch gar nicht bereit war, das Haus zu verlassen, da saß ich schon in der U-Bahn. Den ganzen Tag habe ich nur mit meinem Kopf intensive Gedanken gedacht, habe intensiv auf einer Konferenz den Vorträgen über die neuesten Neuigkeiten zugehört.
Aber habe ich mich, gerade heute, gefühlt? War ich, gerade heute, nett zu mir? Habe ich auf meine innere Führung gehört? Habe ich mir Zeit zur Ruhe genommen? Nein gerade heute habe ich das nicht gemacht.

Ich glaube gerade heute war ich ganz weit von mir entfernt. Gerade heute bin ich mir nicht begegnet. Gerade heute habe ich mir kein Reiki gegeben. Ich denke, Du kennst solche Tage auch, wenn Du sozusagen außer Dir bist.

Reiki ist ja geduldig, und so weiß ich, wenn ich gleich ins Bett gehe, warten schon meine Hände auf meinen Bauch, wo sie vor dem Einschlafen irgendwie doch zum Liegen kommen.

Reiki ist so geduldig mit mir, manchmal denke ich: »Vielleicht zürnt Reiki mir, weil ich es so wenig anwende.« Doch meine Hände belehren mich: Reiki verzeiht, falls Reiki überhaupt fähig wäre, verstimmt zu sein. Davon kann ich was lernen.

Das werde ich heute mal machen: was von Reiki lernen. Und die Hände auflegen. Ich treffe Dich dann beim Träumen.

Liebe Grüße



Jürgen Kindler