Ein Traum wurde wahr

Wie das Reiki Magazin entstand

(Text von 1998)


Nachdem das Erscheinen der Ausgabe 3/98 des Reiki Magazins sich immer weiter verspätete, erhielten wir viele Anrufe, was denn passiert sei. Unsere unermüdliche Helferin Renate Fecher nahm die Anrufe entgegen und machte auf etwas aufmerksam, was mir bisher entgangen war: Viele der AnruferInnen hatten offenbar den Eindruck, das Reiki Magazin residiere in einem großen Büro mit unzähligen Angestellten, mit einem dicken Finanzpolster und generalstabsmäßiger Planung. Nun, die Umstände, unter denen das Reiki Magazin entsteht, sind nicht ganz so üppig, doch dazu später mehr. Mir wurde jedoch klar, wie wenig unsere LeserInnen über uns und unsere Geburt wissen. Das möchte ich, Jürgen Kindler mit diesem Artikel ändern.

Vor unzähligen Jahren, also 1994, wurde ich von der Redaktion des Kolibri Verlags gefragt, ob ich denn ein Sonderheft über Reiki zusammenstellen wolle. Der Kolibri Verlag (heute »DAO Zeitschriftenverlag«) macht das zweimonatlich erscheinende Heft »DAO – Magazin für fernöstliche Lebenskunst« und hatte bereits zwei empfehlenswerte Sonderhefte zu Taijiquan und Qigong herausgegeben. Nun sollte auch eins über Reiki kommen. Helmut Oberlack vom DAO (ja genau, unser jetziger Chef vom Dienst) fragte seine langjährige Freundin, Simone Bressau (na, wem kommt der Name bekannt vor – auch wenn sie jetzt »Grashoff« heißt?), ob sie denn kompetente AutorInnen kennen oder Beiträge beisteuern würde. Simone vermittelte Helmut den Kontakt zu mir, und so saß ich eines Tages in Hamburg zusammen mit Helmut in der Küche von Simone, und wir überlegten uns, wie das »DAO Sonderheft Reiki« aussehen könnte.

Durch meine Kontakte zu vielen Reiki-Praktizierenden und durch den damals schon erscheinenden Reiki-Meister-Rundbrief war es bald klar, daß es viele Bereiche gibt, über die noch nie etwas geschrieben worden war. Und vor allen Dingen: Die Chemie zwischen Simone, Helmut und mir stimmte schon damals, wir hatten viel Spaß bei der Zusammenarbeit. Nachdem das DAO-Sonderheft »Reiki« erschienen war, wurden wir von vielen Reikianern gebeten, eine regelmäßig erscheinende Reiki-Zeitschrift zu erschaffen. Doch damals konnte ich mir nicht vorstellen, genügend interessante Beiträge für jede Ausgabe zu finden.
Das DAO-Sonderheft wurde ein solcher Erfolg, daß zwei Jahre später ein zweites Sonderheft »Reiki« entstand. Während der Arbeit an diesem Sonderheft zeichnete es sich ab, daß wir einige interessante Beiträge übrig haben werden, und nicht wenige Ideen waren nur angedacht worden. Da rückte die Möglichkeit einer Reiki-Zeitschrift schon näher ...

Die Idee reifte heran

Ich hatte keine Ahnung von der finanziellen Seite des Zeitschrift-machens, also setzte ich mich hin und kalkulierte in einer naiven und – wie sich später herausstellte – unvollständigen Weise die potentiellen Kosten und Einnahmen für das Reiki Magazin. Ich glaubte damals, daß ein Reiki Magazin sich rechnen könnte, ließ mich von meiner Vision leiten und entschied mich dafür, den Versuch zu wagen. Simone und Helmut sagten ihre Mitarbeit zu, und so entstand Schritt für Schritt das Konzept des heutigen Reiki Magazins.

Im August 1996 verschickte ich das 20-seitige Konzept und Einladungen zur Mitarbeit an einen Kreis von AutorInnen und potentiellen MitarbeiterInnen. Wir fanden einen Layouter, einen Drucker, fügten die ersten Beiträge zusammen, suchten Fotos, ich schrieb Briefe an die Reiki-MeisterInnen, gab erste Anzeigen auf und suchte Unterstützung bei Kolleginnen und Kollegen. Dann war es soweit: Die erste Ausgabe des Reiki Magazins erschien am 16. Dezember 1997.

Es gibt keine Zentrale

Von Anfang war klar, daß das Reiki Magazin keine »Zentrale« im üblichen Sinn haben sollte: Die Verwaltung findet bei mir zu Hause statt, in Frankfurt am Main, auf stolzen 13 Quadratmetern. Die Redaktion sitzt bei Helmut Oberlack in Hamburg. Gedruckt wurde zunächst in Leipzig und jetzt in der Nähe von Nürnberg. Die Redaktion und ständigen MitarbeiterInnen »treffen« sich vor allen per Email, Telefon und Fax. Vier Mal im Jahr kommt ein Großteil von uns zusammen, meistens in Gersfeld, um die aktuelle Ausgabe vorzubereiten.

In der Endphase, wenn die Texte vorliegen und »abgesegnet« sind, sitzen Helmut und Simone dann mit unserer jetzigen Layouterin Janine Warmbier zusammen, suchen Fotos aus und verteilen die Beiträge auf die zur Verfügung stehenden Seiten. Für alle Beteiligten war der Start des Reiki Magazins eine echte Freude. Das Konzept kam an, und nach ersten Anlaufschwierigkeiten lief die Produktion rund. Nur ein Wermutstropfen blieb übrig: Das Reiki Magazin kostete mehr, als es einbrachte. Ich hatte in meiner anfänglichen Kalkulation schlicht und ergreifend übersehen, daß es eine Anlaufphase gibt, in der die Produktionskosten zwar schon in voller Höhe anfallen, aber die Einnahmen aus z. B. Abonnements und Anzeigen nicht so üppig fließen. »Oh Schreck«, denkt da manch einer, und genauso erging und ergeht es mir. Einige Male dachte ich schon an ein »Ende mit Schrecken«: das Reiki Magazin einzustellen und zwar mit einem Haufen Schulden, aber nicht mit einem immer wachsenden Schuldenberg dazustehen. Auch in solch’ schwarzen Tagen gab ich mir Reiki, und der Zuspruch von (Reiki-)FreundInnen haben mich durchhalten lassen.

Das Ende der Durststrecke ist in Sicht

Mit diesen Problemen kam ich in die Redaktionssitzungen und fand, neben der nötigen moralischen Unterstützung, auch konkrete Ideen: So ist z. B. das »Große Reiki Magazin Gewinnspiel« während einer Redaktionssitzung ausgefeilt und konkretisiert worden. Der große Schreck, die große Anspannung, ist jetzt zwar vorbei. Die aktuellen Einnahmen des Reiki Magazins tragen die Kosten, jedoch arbeiten die meisten MitarbeiterInnen nur für wenig oder gar kein Geld – von meinem (nicht existierenden) Gehalt rede ich erst gar nicht. Außerdem drücken noch die Schulden, die während der letzten sechs Ausgaben entstanden sind.
In einem Bild zusammengefaßt: Das Reiki Magazin hat seine ersten beiden Jahre überlebt, es kann Laufen, aber es geht noch wackelig und hat sich vom Schreck der Finanzkrise noch nicht richtig erholt. Auf der anderen Seite ist es aber »da«, ist fröhlich, möchte die Reiki-Gemeinschaft unterstützen und dazu beitragen, Reiki bekannter zu machen und die LeserInnen zum Reiki-Praktizieren anregen

Gemeinsam sind wir stark

Das Reiki Magazin ist ein professionelles Magazin, das von einer Gemeinschaft von Reiki-Menschen aller Grade mit viel Enthusiasmus gemacht wird. Auch wenn wir uns selten sehen, tauschen wir unsere Erfahrungen und Meinungen per Email, Telefon, Fax, Foto oder Fernbehandlung aus. Wir sind nicht perfekt, und manchmal nutzen wir uns selber über unsere Grenzen hinaus aus. Das kann auf die Dauer nicht gutgehen, und deshalb brauchen wir Eure Unterstützung.

Wir haben keine/n GeldgeberIn, die/der uns mit umfangreichen Krediten oder Startgeldern verwöhnt. Wir können uns daher keine groß angelegte Marketingaktion mit Anzeigen in Funk und Fernsehen leisten. Eure Mund-zu-Mund-Propaganda ist daher zur Zeit das einzige und vielleicht auch beste Mittel, mit dem wir das Reiki Magazin bekannter machen können. Mein Traum wäre folgender: Alle MitarbeiterInnen des Reiki Magazins werden angemessen bezahlt, die Produktion kann ohne große Klimmzüge bewältigt werden, und den nächsten Bericht darüber, wie es dem Reiki Magazin geht, schreibt die Redaktion zusammen auf einem gemeinsamen Betriebsausflug auf einer Ostseeinsel ...

Viele haben dazu beigetragen, daß das Reiki Magazin heute ist, was es ist. Dafür bedanke ich mich bei allen!

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